Extremisten in der AfD auf dem Vormarsch

Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen vollzieht sich der Rechtsrutsch der hessischen AfD immer deutlicher. Heute leitete mir ein AfD-Mitglied aus dem Kreis Wetterau die erhaltene E-Mail weiter, mit der Dr. Christiane Gleissner ihren Rücktritt als Kreissprecherin erklärt:

Friedberg, den 25.03.2015 Liebe Mitglieder der AfD Wetterau, ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich soeben mit sofortiger Wirkung meinen Rücktritt vom Amt der Sprecherin des Kreisverbandes Wetterau der Alternative für Deutschland erklärt habe. Auslösend für diese Entscheidung war die Wahl von Andreas Lichert aus Karben zum Beisitzer im Kreisvorstand auf der Kreishauptversammlung in Bad Vilbel am vergangenen Freitag. Er setzte sich in der Stichwahl knapp gegen seinen Gegenkandidaten durch. Unmittelbar nach seiner Wahl sind zwei Mitglieder des Kreisvorstands, der Kreisschatzmeister Albrecht Pachl und der Beisitzer Horst Kuschetzki zurückgetreten, weil sie sich eine Zusammenarbeit in der neuen Konstellation nicht vorstellen konnten. Am vergangenen Samstag und vorgestern traten zwei weitere Beisitzer, erst Manfred Knöbel und dann Stefan Bechtel, zurück. Im Zusammenhang mit diesen Rücktritten habe ich in den vergangenen Tagen intensive Recherchen über Licherts Veröffentlichungen, sein Netzwerk, die von ihm betriebene Projektwerkstatt in Karben und seine Position im Verein für Staatspolitik durchgeführt und alle mir zur Verfügung stehenden Informationen sorgfältig bewertet und abgewogen. Auf Basis dieser Informationen muss ich feststellen, dass jede Zusammenarbeit mit Herrn Lichert in einem Organ der AfD Hessen für mich völlig undenkbar und ausgeschlossen ist

Einmal mehr haben sich die gemäßigten Mitglieder zurückgezogen nachdem Extremisten gewählt wurden. Dabei kann man nicht behaupten, dass die Mehrzahl der Mitglieder im Kreise Wetterau unbedingt einen Rechtsradikalen im Kreisvorstand hätten haben wollen. Die meisten Mitglieder glauben, sie unterstützten bereits mit ihrem Mitgliedsbeitrag genug und erscheinen nicht zu solch wichtigen Versammlungen. Damit gehen die Stimmen der schweigenden Mehrheit unter und die sehr aktiven Extremisten gewinnen so Wahlen. Dies passiert momentan immer und immer wieder. Auf dem anstehenden Landesparteitag sind Abwahlanträge zu erwarten. Der vom Landesschiedsgericht abgesetzte Peter Münch hat bereits erklärt, dass er gegen das Urteil Einspruch einlege und sich keinesfalls zurückziehen werde, nur weil er die Mitglieder schamlos belogen hat. Das ist offensichtlich für ihn gar kein Grund. Stattdessen werde er für die Abwahl von Konrad Adam sorgen. Gegenüber dem extrem rechten Magazin ‚Blaue Narzisse‚ sagte er u. a. in einem Interview:

Adam wird den nächsten Vorständen wohl nicht mehr angehören. Weitere Fragen zu seiner Verortung stellen sich dann nicht mehr.

Peter Münch, der unlängst die Erfurter Resolution unterzeichnete (ein Pamphlet der völkischen Rassisten und Islamophoben in der AfD), gibt sich seiner Sache sicher. Er geht offensichtlich davon aus, dass er für seine Pläne die erforderliche rechtsradikale Mehrheit auf dem nächsten Landesparteitag bekommen wird. Und wenn dann wieder so viele gemäßigte Mitglieder zu faul sind, da hinzugehen, wird er vielleicht sogar Recht haben mit seiner Einschätzung.

Advertisements

Schlagwörter: , , , ,

About hpbrill

Ich bin politisch engagiert, aber parteilos. Mit meinen Beiträgen möchte ich inspirieren - vor allem, aber nicht nur in Frankfurt am Main. Ich bin Vorsitzender der Bürgerinitiative Demokratie Direkt und Herausgeber des Video-Blogs meinFrankfurt (auf YouTube und Facebook).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: